Stundensatz-Rechner für Schweizer Handwerker

Berechne in 30 Sekunden, was du wirklich pro Stunde verrechnen musst — inklusive Schweizer Lohnnebenkosten (AHV, BVG, SUVA), Betriebskosten und realistischem Gewinnaufschlag. Mit branchenspezifischen Standardwerten für Maler, Elektriker, Sanitär, Schreiner und mehr.

Empfohlener Stundensatz
CHF 85/h
Im typischen Schweizer Marktbereich für Maler / Gipser (CHF 85–110/h).
Selbstkosten pro Stunde
CHF 72
Jahreslohn brutto
CHF 80'600
Inkl. Lohnnebenkosten
CHF 100'750
Jahres-Betriebskosten
CHF 14'400
Gesamtkosten pro Jahr
CHF 115'150

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So funktioniert die Berechnung

Der Stundensatz für einen Schweizer Handwerksbetrieb basiert auf den jährlichen Vollkosten pro Mitarbeitendem, geteilt durch die tatsächlich verrechenbare Arbeitszeit, plus Aufschlägen für Gewinn und Risiko. Schritt für Schritt:

  1. 1Jahreslohn brutto = Bruttolohn pro Monat × Anzahl Monatslöhne. In der Schweiz üblich: 13 Monatslöhne.
  2. 2Arbeitgeber-Lohnnebenkostenkommen oben drauf: AHV/IV/EO, ALV, BVG, SUVA (variiert nach Branchenklasse — Maler & Elektriker niedriger, Bedachung höher), KTG, Familienzulagen. Gesamtbelastung in der Praxis: 22–28%.
  3. 3Betriebskosten pro Mitarbeitendem: Fahrzeug, Werkzeug, Werkstattmiete-Anteil, IT, Versicherungen, Marketing, Verwaltung. Je nach Beruf CHF 1'200–2'500 pro Monat.
  4. 4Verrechenbare Stunden pro Jahr: Bruttoarbeitszeit (~2'080 h) minus Ferien, Feiertage, Krankheit/Unfall, Weiterbildung und Werkstattzeit. Realistisch sind 1'500–1'700 Stunden.
  5. 5Selbstkostensatz = (Jahreslohn inkl. Nebenkosten + Jahres-Betriebskosten) / verrechenbare Stunden. Wer zu diesem Satz arbeitet, deckt nur Kosten — kein Gewinn, kein Garantie-Risiko.
  6. 6Empfohlener Stundensatz = Selbstkostensatz × (1 + Gewinnaufschlag + Risikozuschlag). Üblich: 10–20% Gewinn, 2–5% Risiko für Garantie und Forderungsausfälle.

Die häufigsten Fehler bei der Kalkulation

  • Lohnnebenkosten vergessen. Wer nur den Bruttolohn rechnet, liegt 22–28% zu tief. Die Differenz zahlt am Ende der Betrieb aus eigener Tasche.
  • Mit 2'000 Stunden pro Jahr rechnen. Realistisch sind 1'500–1'700. Ferien, Feiertage, Krankheit und Werkstattzeit schlagen mit 300–500 Stunden zu Buche.
  • Betriebskosten unterschätzen. Fahrzeug, Werkzeug, Versicherungen, IT, Werkstattmiete, Buchhaltung — alles muss durch die Stundenzahl getragen werden.
  • Kein Risikozuschlag. Garantieleistungen und seltene Forderungsausfälle gehören in jede Kalkulation. 2–5% sind realistisch.
  • Preise aus dem Bauch. Der Wettbewerber-Preis ist kein gutes Argument — der hat vielleicht andere Strukturkosten oder verliert Geld. Rechne deine eigenen Zahlen.

Häufige Fragen

Wie berechnet sich der Stundensatz für Schweizer Handwerker?
Der Stundensatz ergibt sich aus den Vollkosten (Bruttolohn + Lohnnebenkosten + Betriebskosten) geteilt durch die verrechenbaren Stunden pro Jahr, multipliziert mit dem gewünschten Gewinnaufschlag und einem Risikozuschlag. Konkret: (Jahreslohn × (1 + Lohnnebenkosten%) + Jahres-Betriebskosten) / verrechenbare Stunden × (1 + Gewinn% + Risiko%).
Welche Lohnnebenkosten muss ich als Arbeitgeber in der Schweiz einrechnen?
Typisch 22–28% auf den Bruttolohn: AHV/IV/EO (5.3%), ALV (1.1%), BVG (8–12% je nach Alter und Plan), Familienzulagen (~1.5%), SUVA UVG (0.7–5% je nach Branchenklasse), KTG (1–2%) und Verwaltungsaufwand. Im Rechner verwenden wir konservative Durchschnittswerte je nach Beruf.
Wie viele verrechenbare Stunden pro Jahr sind realistisch?
1500–1700 Stunden pro Mitarbeitendem sind in der Praxis üblich. Ausgangspunkt sind ca. 2080 Sollstunden (41 h × 52 Wochen) abzüglich Ferien (4–5 Wochen), Feiertagen (~9), Krankheit/Unfall (~5–10 Tage Durchschnitt), Weiterbildung und Werkstattzeit. Wer bei 1900+ kalkuliert, unterschätzt fast immer den Ausfall.
Warum unterscheiden sich Stundensätze zwischen Berufen?
Elektriker und Sanitäre haben höhere Betriebskosten (Fahrzeug, Werkzeug, Lager) und längere Ausbildungswege, was den Stundensatz nach oben treibt. Maler und Gipser haben tendenziell geringere Betriebskosten. Auch SUVA-Branchenklassen sind unterschiedlich — Bedachung und Gerüstbau sind teurer einzustufen als Elektroinstallation.
Was ist der Unterschied zwischen Selbstkosten und Stundensatz?
Die Selbstkosten pro Stunde sind die reinen Vollkosten — bei diesem Satz machst du weder Gewinn noch deckst du Risiken ab. Der empfohlene Stundensatz addiert Gewinnaufschlag (10–20%) und Risikozuschlag (2–5%) für Garantieleistungen und Forderungsausfälle. Wer zum Selbstkostensatz arbeitet, wird beim ersten Garantiefall verlieren.

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